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08.09.2020

Anna Schall ist Deutsche Meisterin

Anna gewinnt in der Klasse U 20 den Lauf über 800 Meter - Endspurt sichert den Sieg

Anna Schall hat in Heilbronn alle Konkurrentinnen hinter sich gelassen und die Deutsche Jugendmeisterschaft über 800 Meter gewonnen. (Foto: Ralf Görlitz)

Damit hatten die wenigsten gerechnet. Selbst Anna Schall nicht. Am Sonntag gewann die Leichtathletin der LG Tuttlingen-Fridingen in Heilbronn die Deutsche Jugendmeisterschaft über 800 Metern. In der Klasse U 20 sicherte sie sich erst auf der Zielgeraden den ersten Platz. Für die 17-Jährige war es der größte Erfolg ihrer Karriere.

Die Sportlerin aus Mühlheim-Stetten zählte zwar als drittschnellste Läuferin dieses Jahres zum Favoritenkreis. Dass sie aber dann sogar den Titel gewinnen konnte, kam für sie, ihre Familie und LG-Trainer Franz Saile doch überraschend. Ein Vorteil war es, dass Anna Schall sich an die Renntaktik, die ihr Coach ihr mit auf die Laufbahn gegeben hatte, halten konnte. „Da in einem Meisterschaftsrennen eher selten ein hohes Tempo angeschlagen wird, sollte sie einfach nur mitlaufen und dann im Kampf um eine Medaille möglichst ihre große Spurtstärke ausspielen“, verriet Saile später die Herangehensweise.

Nachdem die erste Runde dann relativ ruhig in 66 Sekunden angelaufen war, wurde es für Anna Schall aber dann doch etwas schwieriger. „Ich war sehr nervös und bin in dem engen Feld vier Mal ins Straucheln gekommen. Als ich dann 200 Meter vor dem Ziel in vierter oder fünfter Position auch noch etwas eingeklemmt war, dachte ich, dass es das dann wohl war“, bilanzierte sie das Rennen.

Aber dann kämpfte sie sich doch hinter der zweifachen DM-Siegerin Sophia Volkmer (TV Wetzlar) frei und übernahm auf der Zielgeraden mit einem furiosen Endspurt die Führung, die sie bis ins Ziel sogar noch deutlich ausbaute. In 2:11,18 Minuten siegte sie klar vor Volkmer (2:12,11) und Lucia Sturm (TSV Lehmen, 2:13,04 Minuten). Xenia Krebs (VfL Löningen), mit 2:07,18 Minuten bisher die Schnellste in diesem Jahr, musste sich mit 2:14,50 Minuten mit dem 6. Platz begnügen.

Für viele Betrachter des Livestreams von diesem Rennen sah die Vorstellung von Anna Schall auf der Zielgeraden souverän und locker aus. „Das war es aber überhaupt nicht. Ich habe die ganze Zeit gedacht, dass Sophia doch noch kommt und mich überholt“, schildert Anna ihren Eindruck. Aber ihr Vorsprung von mindestens sechs Meter im Ziel ist in einem solchen Lauf dennoch eher ungewöhnlich.

Im Ziel vergrub Anna überglücklich ihr Gesicht in ihren Händen und nahm bewegt die Glückwünsche ihrer Konkurrentinnen entgegen. Da wusste sie allerdings noch nicht, dass ihr noch ein Dopingkontroll-Marathon bevorstand, den sie erst nach drei Stunden mit gutem Gewissen und als stolze Deutsche Meisterin überstanden hatte.

Text: Fritz Reichle

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